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samedi 26 janvier 2013

Sein schönstes Kleid

Und zu später Stunde gestern rotzte der JB, øøøh… pardon, trotze der JB die Kälte, den Hunger und die Wölfe um sich zum Nighter im Grünen Salon zu begeben. Die Strassen waren leer, die Nacht war schwarz, der Schnee knirschte unter seinen Stiefeln, der JB zitterte in seinem Galaanzug aber rutschte nicht auf dem Eis.
Er hatte gedacht: seitdem der Nighter im Grünen Salon ist, muss ich Ton in Ton sein, und seitdem ich zur Zeit Elling übersetze [Kjell Bjarne: Ich bin fast 40 und ich hab nie gefickt. Elling: Ficken wird grob überschätzt!], kann ich zweifach Ton in Ton sein und mich nach Ellings Art ankleiden. Wundervolle Idee! schrie er in seinem sozialistischen Palast.
Also hier damit mit dem gelben Polyamid-Rollkragenpulli, und hier damit mit der grünen Polyesterschlaghose. Also volldederonisiert betrachtete er sich im Spiegel an. Schmackhaft! Die Kleidung schmiegte sich eng an seine schlanke Statur an und passte perfekt zu seiner unsichtbaren Dauerwelle, mit anderen Worte: seiner Glatze. Diese distinguierte, hautenge Garderobe war irgendwie eine Fortsetzung seiner eigenen Haut.

Und so latschte er, von M gefolgt, Richtung eines anderen sozialistischen Palasts: der Volksbühne. Ein überschwänglicher JB, an diesem Abend wieder erfreut in der Hauptstadt leben zu dürfen, schenkte ihr und der ganzen Skinheadcommunity ein schönes und leider vergessenes Lied von Monika Herz, anno 1973 in der DähDähRrr, änderte dazu ein Paar Wörter und identifizierte sich völlig mit dem Objekt seines Gesangs und summte, unwissend von der Ohrfeige, der auf ihn im Grünen Salon wartete:
Ja, wir seh'n uns in Berlin. Nach Berlin geht uns're Reise.
Dieser Mann, zur Winterzeit, zeigt der Welt sein schönstes Kleid.



Als die Beiden das Ballhaus betraten, sahen sie sofort G & N & R — ein Paar Minuten später kamen F & AR & I (das Geburtstagskind der Woche). Tja, die skankige Clique war beinahe komplett (nur F #2 fehlte).

Der JB war schwer enttäuscht. Das muss gesagt werden.
Denn: man durfte nicht rauchen.
Der JB wollte sich gleich bescheweren. Er hat das auch gemacht. Als er am Tresen seinen Wehmut Wehrmut Wermut bestellte, fragte er die Barmaid und folgendes Gespräch fand statt:
Der JB: Darf man doch irgendwo rauchen?
Die Barmaid: Ja, draussen.
Der JB (pikiert, fast erstickend): Ein Raucherraum gibt's da nich?!
Die Barmaid: Nö.
Dieses unverschämtes Kind bekam kein Trinkgeld von dem JB, also.

Nach einer draussen gerochenen Zigarette, wo die unsichtbare Dauerwelle des JB völlig erfroren wieder hinein kam, änderte er die inhalierenden Massnahmen. G & N fanden als Ersten den Trick: vor der Haustür, also in der Wärme, rauchen. Schlau! Die zweite völlig illegale (oooh!) Manöver katapultierte den JB zum Klo, also auch zu der Schulzeit. Er benutzte die Gelegenheit nicht nur um zu rauchen, aber auch um sein kleines Geschäft zu machen (Wermut ist sehr diuretisch). Völlig multitaskingfähig gelang es dem JB gleichzeitig zu stehen & pinkeln & rauchen & plaudern mit B. Chapeau! Als Ökofaschist vergass der JB nicht seine mit Wasser gelöschte Kippe in die Müll zu schmeissen, statt sie nonchalant auf den Boden zu vergessen.
Die dritte Rauchfinesse brachte G & den JB auf die Treppe, ganz hoch im Haus. Die beiden sassen da, zufrieden mit sich selbst und dem Leben, wenn plötzlich, aus dem Nichts, kam die Schwester des unverschämten Kindes. "Es ist also verboten, blah blah blah." Der JB antworte kurz und klar: "Ja." Am Ende haben alle im Grünen Salon ungestört geraucht. Basta!
[18.29: M möchte betonen: "Es fehlt unsere zivile Ungehorsamszigarette auf der Couch." Stimmt! Gut gesehen!]

Und dann passierte es.
Panza hatte gerade Carlton & The Shoes aufgelegt und der JB war völlig im Blüten. Hüpfend mit AR auf der Tanzfläche, sagte er:
Carlton & The Shoes sind total unterwertet!
AR teilte seine Meinung.



Und während Cartlon Manning also ein bisschen wermütig wehmütig über "to live in righteousness" sang, wurde der JB Opfer der gröbsten unrighteousness. Eine Frau hat ihm nämlich die Schlau gestohlen. Volldederonisiert wie er war, glaubte der JB, er wäre die Kleidungstopstar des Nighter. Aber nein. Eine Frau betrat diese Tanzfläche mit einem hellbraunen Maxirock. Krass! Der JB war volleifersüchtig. Denn das war nicht irgendeinen Maxirock. Sondern ein Maxirock aus bure.
Was ist bure?
Tja.
Anscheinend existiert das Wort auf Deutsch nicht. Das Pons-Wörterbuch teilt mit:


Aber ein genaues Wort ist nicht zu finden. Auf der frantsösischön Wikipédia-Seite für bure gibt es keine entsprechende deutsche Seite. Auf Englisch hiesse es frieze und auf Bretonisch burell. Okay… Das macht mir einen schonen Bein, wie man auf frantsösischö sagt = was nützt mir das schon! Und wenn man zurück in die Zeit forscht bringt das Dictionnaire encyclopédique français-allemand et allemand-français (1883) von Charles Sachs auch keine andere Antwort:


Tatsächlich findet der JB was. In dem Dictionnaire des langues française et allemande (1839) von einem gewissenen Herrn Henschel:


Burre??? Nie gehört. Das scheint auch der Fall für den Duden zu sein:


Nee, das meinte der JB eben nicht. Weil das Wort barre in seiner Geburtssprache eine gaaanz andere Bedeutung hat!

Aber die Brüder Grimm wissen Bescheid:


Oh, Mann! Das ist ist nicht zu verstehen. Obwohl Cora Frost sagt, "man muss ja alles nicht verstehen", verbleibt das sehr kryptisch. Wo auf frantsösichö kennt jede(r) die bure, oder toile de bure. Also die Burre ist zwar ein "grober Wollenstoff", immer braun, die ein bisschen ähnlich wie den Jutestoff oder den Kartoffelsack ist. Es ist hauptsächlich für und von katholischen Mönchen verwendet und sieht so aus, zum Beispiel wenn Franz von Assisi sie tragt in dieser Gemälde von Francisco Zurbarán (1645):


Aber eine zeitgenössische Verwendung der Barre Burre ist auch möglich. Zum Beispiel von diesen jubelnden belgischen (!) Mönchen (und man beachte die Niethosen (wie man damals in der DähDähRrr sagte), also die Jeans unter dem Kleid — die Bibel hat ja gesagt, man dürfe Niethosen tragen (wenn sie in die göttliche Zukunft erfunden worden sind)):


Tja, auch in der Kirche hat man fun!

Aber zurück zu der Erzfeindin des JB, die ihm die Schlau des Nighter gestohlen hat mit ihrem hellbraunen Maxirock aus Burre, ein Stoff, der an einen Kartoffelsack leicht erinnert. Todschick war der. Und grünneidisch war der JB. Denn dieser Maxirock hatte auch was von dem Godetrock. Also ein Godetrock, erklärt Wikipedia für uns:
hat im unteren Teil eingefügte keilförmige Stoffteile ("Godets") und entsprechend geschnittene nach unten weiter werdende Bahnen, so dass der Rock oben schmal ist und erst im unteren Drittel Falten wirft.
Schöoon! So sieht es aus:


Okay, hier ist es zwar a bisserl übetrieben. Denn der hellbraune Godetmaxirock aus Burre, den diese Frau trug, hatte nur wenige Falten. Aber, die Krönung, die Falten haben siech sich nicht bewegt, wenn sie getanzt hat! Krass und doppelkrass! Sie tanzte, drehte sich, der Rock bewegte sich, aber die Falten blieben steif. Nicht zu glauben! Was für eine Kleidungsohrfeige, den der JB bekam!
Der JB hat es ganz genau studiert. Es gibt nur eine Erklärung dafür: die Falten wurden im Voraus beim Bügeln gestärkt. Wie hypraschlau von ihr!
Verstehen endlich die kleinen lieben Freunde des JB, warum er so enttäuscht war? Er hatte ja gar nicht an den hellbraunen mit gestärkten Falten Burrengodetmaxirock für seine eigene Nutzung und Ankleidung gedacht. Und er möchte so gerne einen. So könnte er in seinem sozialistischen Palast besser arbeiten, besser denken, einfach besser sich selbst sein. Und wiederum wären Renate und Angélique auch eifersüchtig. Das wäre eine schöne Rache!
Seufz…


Ein bisschen später legte Panza dieses Lied auf:



Der JB musste wieder vor sich hin seufzen. Was für ein schönes Lied. Zu schön. Der JB, dieses kleines Ding ohne hellbraunen mit Falten gestärkten Burrengodetmaxirock, verträgt nicht so viel Schönheit. Und nicht nur schön ist die Coverversion der Gaylads, die ist auch so traurig, so wehmütig — eigentlich wie das Original von Simon & Garfunkel. Es sollte verboten sein, so viel traurige Schönheit (ein Pleonasmus) bei einem Nighter aufzulegen. Die Gaylads singen die erste Strophe nicht, und hiermit beschränken sich auf das Umgehen mit anderen Menschen: wie man sich plötzlich fremd in einer Masse fühlt, allein und verlassen. Oh nee… Aber diese erste Strophe ist bluterfrierend, jedenfalls für den JB, dieses kleines Ding ohne hellbraunen mit gestärkten Falten Burrengodetmaxirock:
Hello darkness my old friend
I've come to talk with you again
Because a vision softly creeping
Left its seeds while I was sleeping
And the vision that was planted in my brain
Still remains
Within the sound of silence

Und der JB erinnert sich.
Es war in einem anderen Nighter, vor circa einem Monat. Im Schreina. Er war auf der Tanzfläche, mit I (das Geburtstagskind der Woche), Sounds of Silence wurde da auch aufgelegt, und er sagte I: "The Graduate. Mit Dustin Hoffman und Anne Bancroft."
Denn er erinnerte sich auch auf die Schlussszene. Nachdem Benjamin Braddock (Dustin Hoffman) Elaine Robinson (Katharine Ross) entführt hat. Sie sitzen in dem Bus, der die Stadt verlässt, ganz hinten. Und dann fängt das Lied an. Sie reden nicht mehr. Auch sie erinnern sich. Sie sind zusammen, aber trotzdem alleine:

 

Seufz wieder… Zu viel traurige Schönheit.

Und eigentlich ist das Original schön genug um auf dem tätowierten rauchenden Blog zu stehen.



Tschö-öh!

samedi 12 janvier 2013

In einem anderen Leben hiess der JB Renate…

Tja, liebe kleine Freunde, manchmal ist das Leben für einige nicht leicht. Nimmt man einfach den JB, dieser Tollpatsch (übrigens ist das Wort Tollpatsch, erfährt der JB gerade, aus dem Ungarischem im XVIII. Jahrhundert entlehnt — es kommt von dem Adjektif talpas, "eigentlich 'breitfüssig'", der wiederum von dem Substantif talp = Sohle kommt, erklärt der Kluge, der dazu fügt:
da die Soldaten statt Schuhen mit Schnüren befestigte Sohlen trugen. Daraus (österreichisch) "Soldat", der eine unverständliche Sprache spricht und durch die oben angegebene sekundäre Motivation die heutige Bedeutung.
Und eigentlich passt das ja ganz gut zu dem JB: er spricht nicht nur eine unverständliche Sprache für seine direkte Umgebung (überlegt euch! dänisch und norwegisch! ha!), aber manchmal redet er auch komisch, sagt komische Sachen über Worte & Sprache und so — naja, wenn es ihm Spass macht).)

Also der JB, dieser Tollpatsch (ach, er vergaß: die deutschen Wörterbücher sollten ein für alle Male sich einigen: Tollpatsch schreibt der Duden wie toll, also mit zwei Ls, Kluge dagegen nur mit einem L, also Tolptasch — der JB bittet euch, wie er soll Fortschritte in Goethes Sprache machen, wenn die Rechtsschreibungsdokumente sich widersprechen!).

Also der JB, dieser Tolpatsch (ach, übrigens… NEIN! DAS REICHT JETZT LANGSAM MIT DEN STÄNDIGEN UNTERBRECHUNGEN!!! schreien die lieben kleinen Freunde des JB - pfui!). Also der JB, dieser (wunder)Tollpatsch, hat gerade jetzt kalte Füsse in seinen Doc Martin's und guckt leidenschaftlich seinen Nachbarn (ein kräftiger glätziger Ostproll, wie der JB sie mag) an, der auch kalte Füsse hat, weil er nur draussen auf dem Balkon rauchen darf, was er gerade macht und was der JB nicht braucht zu machen, denn er kann ja drin rauchen, der JB, er wohnt ja allein in seinem sozialistischen Palast, er muss nur seine eigenen Regeln folgen, nicht die von jemanden anderen, aber er würde das gerne, und auch gerne sein sozialistisches Palast teilen, auch gerne mit dem Nachbarn, und dann dürfte der Nachbar auch drin rauchen, also bei dem JB, also beim dem Nachbarn, also bei ihnen seitdem sie das sozialistische Palast teilen würden und zusammen rauchen würden und zusammen keine kalte Füsse mehr haben und zusammen… Ja…

Ja, und deshalb haben einige, u.a. der JB, das Leben nicht leicht. Aber Frau Georgette hat das selbst immer gesagt:

 

Aber nicht nur in der Literatur ist die Liebe unumgänglich. In der Musik auch. In dem Ska & Reggae auch.

Nehmen wir einfach gestern. Da steht (einige sitzen zwar, wenn man auf die Akkuratesse des Tableaus besteht — aber für die Flüssigkeit (oooh!) Flüchtigkeit des Satzes sagen wir einfach, dass alle stehen) —
Also: da steht die skankige Clique: G, F, N, AR, S mit Gemälde (oooh!) Gemahlin, J ohne Gemahlin, der JB sowieso ohne Gemahlin (aber auch ohne Gemahl, das ist ja das Problem), und letztendlich M mit Kommilitonen (ein Kommilitone, ein Kommunist, aber ein Komiker — sowie das Komma und die Koma, sowie das Komplott und das Kompott, aber der Kompost, aber die Post — oh je!). Also das skankige fast komplette Komitee, das übrigens keinen Tee trank, sondern Bier — denn, wie der Oktoberklub es damals in der funky DöDöRrrr schon damals sang, und worüber der JB schon geschrieben hat: "Was trinken wir? Bier, Bier, Bier!".



Also die skankige Clique war da im Nighter, hat nicht den Oktoberklub gehört, sondern die Musik, die Ralph & Markus gespielt haben, nämlich Ska & Reggae. Und das ist sicher der Ralph, der die zu ungerecht unbekannten Carlton & The Shoes aufgelegt hat. Aber plötzlich im Nighter ertönte:



Allerdings, liebe kleine Freunde. Denn wie Carlton Manning singt:
Kiss me once, girl. Kiss me twice, girl.
Weil sie nicht wenig waren, die die gestern gern geküsst werden wollten. Egal ob sie girl oder boy waren, und egal ob sie von einer girl oder von einem boy geküsst werden wollten. Sie wollten es einfach! Und die hatten das Leben auch nicht leicht. Der JB, zum Beispiel. Der hatte ja diesen bemützigten & bärtigen Typen gesehen.
F: Aber du magst doch nur grosse Männer?!
JB: Aber die mögen mich nicht!
Und da hat der JB ein Riwör gekrajt, so in der Massen, dass es im Nighter eine Überschwemmung gab:



Und, nachdem der JB ein Riwör gekrajt hatte, kam F triumphierend zurück und konnte melden:
F: Er ist nicht mit seiner Freundin, sondern mit einer Freundin!
Ha! und doppelt Ha! Und der JB meinte zu wissen, dass dieser bemützige & bärtige Typ ihn auch anschaute. Aber egal. Denn der JB wurde auch von jemandem anderen angeschaut, bzw. angestarrt. Von einer bebrilligten & begamaschten… Frau. Doch! Nicht nur hatte sie Fame-I-wanna-live-forever zu viel gesehen, aber sie sah den JB in die Augen mit ihren Gamaschen (jambières, erklärte auf frantsösischö der JB N & G, welcher wiederum schrie: "Leg warmers auf Englisch!"). Tja, liebe kleine Freunde, der JB hat kein leichtes Leben. Aber… Regula (?) auch nicht. Denn es gab von dem JB für sie nichts (nix!) zu erwarten.

Es war nämlich auch die Frage: wie hiess die bebrilligte & begamaschte Frau?
Hm…
Bisher waren G & N & F und der JB sich einig: der mit der bleichen Haut und den blonden ungekämmten Haaren hiess… Henning, schlug der JB vor. Und der dort, mit der Hipsterfrisur, betonte N als Erste:
N: Da steht Justin Bieber. Aber er ist inkognito hier!
Aber die bebrilligte & begamaschte Frau?
Hm…
Der JB schlug Regula vor. G schlug Martina vor. Und, plötzlich, schrie N…
N: Renate!
Renate! Naklar! Renate!

Zurück in seinem sozialistischen Palast konnte der JB feststellen, dass Renate "Die Wiedergeborene" bedeutet. Und das passt! Denn, als Renate leider feststellen sollte, dass sie bei dem JB keine Chance hatte (und bei F auch, F kam vor dem JB), versuchte sie ihr Glück bei J. Renate ist nicht wie der JB: die krajt kein Riwör, und deshalb hat der JB viiiel von Renate zu lernen.

Jedenfalls. Auf einer Seite erfährt der JB, dass die meisten Renaten in Bayern wohnen. Tja… Was soll der JB dazu fügen? Arme Renaten, die noch dazu mit bayrischem Dialekt re(na)de(te)n müssen!
Aber wie fühlt es sich an, innerlich, im tiefsten des Sichs, Renate zu heissen? Der JB hat einige Kommentare geangelt:


Schwiiierig… Einige haben das Leben bestimmt nicht leicht. Eine Indirektbetroffene erzählt die riwörkrajende Geschichte einer anderen Renate:


Dazu käme auch noch patate auf frantsösischö, dennoch wäre es wirklich gemein. Denn patate bedeutet nicht nur Kartoffel, aber auch… Ha! Doof, Tollpatsch!!! Hm… Vielleicht hiess der JB Renate in einem anderen Leben??? Der JB macht in seinem sozialistischen Palast ein Test:
Guten Tag, ich heisse Renate. Ich spiele flott von einem bestimmten Blaseninstrument. Soll ich es Ihnen zeigen?
Okay…
G: Mahlzeit! Meine Renate möchte Sülze essen. Haben Sie noch welche?
Lecker.
Der JB: Hallo, Renate hier.
(Bewegungen)
Der JB: Aber ich wollte keine Tomate! Ich sagte nur, dass ich Renate heisse!
Nicht einfach.
Grüss Gott, i bin as Waiwal Renate!
Elegant.
Also, mit einigen winzigen Einschränkungen geht es eigentlich prima und super und optimal Renate zu heissen.

Aber jetzt hat eine neue Renate eine sensible Geschichte zu erzählen:


Renate Karola Bertha… Nein, das ist definitiv nicht leicht zu tragen! Und das stimmt auch das Renate auf Englisch sich etwas komisch anhört: [ri-neɪt].
Der JB: Hello, Reenait, how do you like my leg warmers? I got them from Irene Cara herself.
Aber bitte, Gunilla ist auch ein schöner Name! Findet der JB. (…) Wie bitte, was? (…) Na, viele Frauen heissen Gunilla in Schweden. OK, wir wohnen nicht in Schweden, sondern in Deutschland, aber wenn Renate möglich ist, dann soll auch Gunilla gut gehen. Die Frage bleibt aber: wie fühlt es sich an Renate zu heissen? Hier eine Antwort:


Genau, eine Renate ist modern, attraktiv und überhaupt wohlklingend. Genau der JB. Wie ist das Empfinden für Regula, der erste Vorschlag von dem JB?


Natürlich können die Regulas nicht sagen, dass sie traditionell, alt, unattraktiv, unsportlich, unfreundlich und unsympatisch (also sympastuhl) sind. Klar. Sowie diese Regula da unten, deren Deutsch der JB nicht ganz versteht, obwohl er feststellen kann, dass es gaaanz fehlerfrei ist, und dass er wird sich von dem inspirieren lassen:


Und, stets in seinem seinem sozialistischen Palast, blättert der JB weiter auf der Seite. Und sucht den bedeutungsvollen Namen… Adolf. JB erfährt von der Seite, was er gaaar nicht geahnt hatte:
wegen dem Bezug zu Adolf Hitler seit dem 2. Weltkrieg kaum mehr in Gebrauch
Aber es gibt was besseres.
Es wohnen ca. 20% aller Renaten in Bayern. Aber dort wohnen auch die meisten Adolfs, und zwar mehr als 30% von denen! Im Ernst! Mehr als 30%!

Adolf ist zwar "traditionell" und "alt" bewertet, was ja eine "subjektive Meinung" ist, ermahnt uns die Seite; aber komischerweise finden die Leute den Adolf genauso sportlich wie unsportlich, was für den JB ein Rätsel ist. Aber naja.

Zu Adolf hat der JB einen sehr interessanten Kommentar gefunden. Von… "Ronny aus Rostock". Ja-ha, Ronny aus Rostock. Das fängt schon a bisserl schlecht an. Und dieser Ronnyausrostock, der Roro also, erwartet einen Sohn. Er hat den Vornamen schon gefunden, aber er erzögert zwischen drei Vorschlägen:


Die lieben kleinen Freunde des JB könnten vielleicht dem Ronnyaustostock, aka der Roro, helfen. Einfach: hier auf dem tätowierten und rauchenden Blog einen Kommentar hinterlassen, und der JB, pardon… Renate wird sie dem Roro weiterleiten. Alles klar?

mardi 7 février 2012

Die Blase des Erich H.



Tja, liebe kleine Freunde. Nicht nur Frau Georgette hat Brechts Nannas Lied gesungen (der JB zitiert wieder: "Gott sei Dank, geht alles schnell vorüber, auch die Liebe und der Kummer sogar" — und der JB möchte dazu konteren: Gott sei Dank ist sowas von passé, jetzt sollen alle sagen wie er: Marx sei Dank; also der JB wiederholt: "Marx sei Dank, geht alles schnell vorüber, auch die Liebe und der Kummer sogar").

Nein, nicht Frau Georgette hat diese schönen & tröstenden Zeilen gesungen. Aber auch, anscheinend, Onkel Erisch und Gattin Miss Bildung. Denn neulich (nicht auf Tahiti, sondern in seinem sozialistischen Palast) erfuhr der JB, dass zwischen Erisch & Margot lief es nicht so rosarosa, wenn seine kleinen lieben Freunde sehen, was er meint. Nee? Dann lest mal selbst:


Irre, oder?
Aber, der JB bittet Margot: Günter Mittag? Im Ernst?!? Das kann doch nicht wahr sein!?!
Das ist der rechts vor Onkel Erisch, uffm Bild daunten hier. Und wenn man sich das Bildchen anguggt, dann sieht Onkel Gün(liebesverrä)ter ein bisschen ähnlich aus wie Oskar Labrunn aus dem Saarland – ne? (Aber die Sarah hat nicht Margots lila Frisur kopiert, das ist sicher.)



Aber nicht nur an diesem Tag sollte der JB seine sämtliche dödörrrischen Illusionen verlieren. Denn nicht später als heute ging er seine tägliche Ration P&S kaufen als, plötzlich, wie aus dem nichts, stand er da:


Wat?! schreit der JB in dem Tobakladen. Erisch, du bist es?! Im Knast? In Moabit? An Margot schreibend?! Wahnsinn!
Der JB: Ich muss also unbedingt das Tagebuch von Onkel Erisch kaufen.
Tobakverkäufer: Tagebuch? Von welchem Tagebuch reden Sie denn?
Der JB: Na, das von Onkel Erisch!
Tobakverkäufer: Welcher Erich, jetzt?
Der JB: Honecker, wohl!
Tobakverkäufer: Sechszig cent, büdde.
Der JB: Okay…

Später, seine Nageln beissend, das Herz klopfend, liest der JB jedes Wort und jede Komma von Onkel Erisch Tagebuchs in dem Moabiter Knast. Tja, liebe kleine Freunde… Das ist also nicht einfach gewesen. Schauen wir uns das mal ganz gründig an:


Da weinte der JB eine bittere Träne. Denn er weiss ganz genau, wovon Onkel Erisch redet. Er weiss, was Vieltrinken & Blasenplatzung bedeuten, egal übrigens ob man eine echte oder künstliche besitzt oder trägt, und er kann das kopfschüttelnd bestätigen: sehr irritierend ist es. Dass man sogar darüber schreiben muss, ist schon eine kleine Dreistigkeit an sich. Dafür muss man richtig bereit sein. Aber genau das war Onkel Erisch. Also ist die Quadratur des Kreises, vom Sozialismus sowie Blasismus, gefunden.

Und mit diesen Worten verabschiedet sich der JB mit diesem megahypratollen Beatlied aus der DöDöRrr, Jarhgang 1971, von dem Baltic Quintett aus Rostock. Eastbeat am puresten. Bis Onkel Erisch kam und machte… Schluss damit:



Ach, diese Blase… "Meine Blase tötet mich", hätte Onkel Erisch sagen können. Bzw.: "Meine Blase ist eine Blase." Wie der Duden uns es erklärt:


Also: Er hat die ganze Blase in seiner Blase verfluchtet.
Die Blase des Erich H.
Tja…

"Mit dir leben"? Echt? Najut…

dimanche 23 janvier 2011

Cesse de jouer avec ton pipistolet

Et JB, comme on était dimanche, était parti à la balade, comme autrefois.
Et elle l'a emmené où, cette balade? À Beelitz, là où on récolte à partir du mois d'avril jusqu'au 24 juin les meilleures asperges du monde — mais ce n'étaient pas les champs d'asperges que JB est allé contempler. Non, mais le Beelitz-Heilstätten, un ancien hôpital pour tuberculeux construit entre 1880 et 1930 (non que JB soit encore tuberculeux, ça va, merci). Le sanatorium constitue un complexe gigantesque, en pleine forêt, dont une toute petite partie seulement a été réhabilitée en centre neurologique post-cure. Mais le gros des constructions est à l'abandon, dont l'intérieur est majeure partie inaccessible pour éviter les dommages que le squat et le vandalisme ont occasionnés depuis la chute du Mur. On peut voir des photos ici.
De fait, les bâtiments ont beaucoup souffert des destructions consécutives à la Seconde Guerre mondiale et Arno Specht, l'auteur du guide que JB avait emporté de déclarer: "(…) en punition, peut-être, que le blessé de guerre Adolf H. y a soigné aux lendemains de la Première Guerre mondiale? Toujours est-il que, en l'occurrence, les plus mauvais médecins du Beelitzer-Heilstätten, aurait épargné à l'humanité beaucoup de misères…"
Toutefois une partie des bâtiments ont continué d'être utilisés par les Soviétiques comme hôpital militaire et, grâce au Wikipedia allemand, JB apprend qu'Erich Honecker y a été soigné de son cancer du foie (et JB de se poser la question si Honecker avait une hépatite C et, auquel cas, comment il l'a contractée - bref), avant de fuir à Moscou avec son épouse le 13 mars 1991:



Quoi qu'il en soit, devant le pavillon de chirurgie, JB voit ça:

© icke

Mais qu'est-ce que c'est que ça? se demande JB.

© icke

Mais c'est un pistolet! Voire: un pipistolet, histoire de ne pas le confondre avec son cousin le revolver.
Et la question que se pose immédiatement JB, là, devant le pavillon de chirurgie désaffecté et en ruines est: pourquoi le pipistolet est-il dénommé d'après le pistolet?
Et l'explication que JB est uniquement en mesure d'apporter, là, devant le pavillon de chirurgie désaffecté et en ruines, sans son matériel de lexicographie et de linguistique (sans quoi, s'il trimballait ses dictionnaires en balade, il serait vraiment sinoque) est: Marie Laforêt connaissait déjà la vérité quand elle chantait en 1973 La bague au doigt. JB cite et souligne:
J'ai tout ce qu'il faut pour rendre un homme heureux
J'ai de la patience et de l'esprit pour deux
J'ai bon caractère et ne me plains jamais
Mais cesse de jouer avec ton pistolet.

Une fois rentré dans son palais socialiste, JB se précipite sur son Robert historique de la langue française. Il apprend que le mot pistolet est dérivé de pistole, "emprunté (1544) à l'allemand Pistole, lui-même emprunté au tchèque píšťala “sifflet, flûte”, puis, par analogie de forme “arme de feu portative” (la même langue nous a donné obus)."
Et JB de se demander pourquoi le tchèque exporte deux mots relatifs aux armes. Vérifiant l'étymologie de obus, le Robert lui indique que "le composé signifie d'abord “catapulte” et se répand au moment des guerres contre les Hussites". Aha. Et les guerres contre les Hussites? Wikipédia prend le relais:


Bon, un problème de réglé.
Maintenant, celui qui nous occupait: le pistolet et le pipistolet.
JB baisse les yeux sur l'explication du Robert.
Pistolet désigne une arme à feu courte et portative. [Ouais, bon, d'accord.] Le mot, depuis la seconde moitié du XIXe siècle, est concurrencé par revolver, employé à tort. [OK.] ◊ Ultérieurement, il a développé le sens figuré et familier de “personne bizarre, peu recommandable” (1829, drôle de pistolet) et diverses valeurs analogiques. [JB adore et la ressortira, celle-là: "Ce type est décidément un drôle de pistolet!"] ◊ Par analogie de forme avec l'arme, il désigne un bossoir courbe [bon, on pige déjà plus rien] servant à hisser ou à amener les embarcations (et d'abord l'arc-boutant sur lequel s'amarre la misaine, 1831) [c'est de mieux en mieux!], un instrument de tracé (1842) et un petit pain rond à la croûte lisse (1852) surtout en français de Belgique. [Bla, bla, bla…] ◊ Par analogie de forme de fonctionnement [encore "par analogie"?!?], il sert à désigner un pulvérisateur à main (1924), notamment dans peinture au pistolet.
Et c'est tout! Et c'est un scandale. Le Robert ignore avec un mépris crasse le pipistolet. C'est de la pipiphobie. Mais que fait Act Up-Paris?

Comme Act Up-Paris ne fait rien (tautologie?), JB va consulter le Littré. Là, oh rage, oh désespoir, oh armurerie ennemie, idem: rien sur le pipistolet. Voire, affront scandaleux, le Littré ajoute un article supplémentaire aux neuf autres qui concernaient déjà le sémantisme du pistolet, mais ignore toujours autant le pipistolet.
Vexé comme un pou, JB va voir dans le TLF et, là, il trouve:


Un urinal? Ça se dit? Mais JB l'ignorait com-plè-te-ment!!! Pourquoi la vie lexicographique et sémantique a-t-elle caché à JB pendant tant d'années ce secret? Le dictionnaire vient de révéler "la fleur de son secret" (¡hola Pedro!). JB fonce fissa à l'urinal (façon de parler, hein):


Mais oui. Urinal se dit. Urinal se dit et s'emploie depuis des lunes et des lustres. Attesté depuis le milieu du XVe siècle, même! Ça alors… Mais, à cet égard, le Littré est plus précis encore, qui atteste un orinal dans les années 1200. Les dictionnaires réservent décidément des surprises.


De fait, JB découvre que le terme est recensé dans le tout premier dictionnaire de la langue française, celui de Nicot:


De même, Furetière en fournit une explication fort détaillée dans son Dictionnaire Universel de 1727:


Décidément intrigué, JB entame une enquête sur l'urinal. Et il en trouve des vertes et des pas mûres, mais surtout des liquides, concernant l'urinal. Il apprend en fait que l'observation de l'urine a servi pendant très longtemps de diagnostic aux médecins, ainsi que un site consacré à l'histoire de la pharmacie le lui révèle. C'est ce qu'on appelait l'uroscopie:


Ou cette gravure, extraite d'un manuscrit du XVIe siècle intitulé sommairement mais judicieusement Sur les urines dont nous parle doctement l'Université de Virginie:


Ou enfin celle-ci, du XIVe siècle et anglaise:


A priori, l'uroscopie a à ce point amusé les gens qu'il existe moult satires et blagues sur le sujet. En voici une, datant de 1693 et tirée de Historiettes divertissantes tirées de Guichardin et d'autres auteurs avec plaisanteries et divers dialogues en italien et en françois (ouf!), ouvrage écrit par un dénommé… Pompa (ça ne s'invente pas!), et dont JB souhaite absolument faire profiter à ses petits amis:


Ha ha ha! Qu'est-ce qu'on se dilate la rate!

Mais revenons aux choses sérieuses. L'épatant site sur l'histoire de la pharmacie nous expliquait également que le patron des médecins, Saint Côme, est représenté avec un urinal à la main:


Tiens tiens…, se dit JB, on retrouve la matula latine dont parlait Nicot. Bizarre bizarre. JB décide de, ni une ni deux, vérifier dans le Gaffiot. Et là, il tombe sur le… non pas pot de chambre (quoique…), mais le pot aux roses. Puisque voici ce qu'indique le dictionnaire latin


Car qu'est-ce qu'on lit? Le troisième sens de matula n'est autre que: “homme niais, cruche”. Or quel sens a donné le mot pistolet, ce sens que JB adore??? Il le donne en mille à ses petits amis et le leur rappelle en citant cette fois le Littré:


Bingo!
Et si les deux sens ne sont pas tout à fait synonymes, on assiste dans les deux cas à une formule dépréciative et moqueuse qui partent d'un terme dont le sens est identique: celui du pot de chambre. Quant à la cruche synonyme, JB a déjà glosé sur sa fortune sémantique et comment le terme a fini par désigner un individu idiot. Histoire d'être bien sûr de ce qu'il avance, JB va d'abord vérifier dans le Lexique étymologique latin-français de Ferdinand Jacob (1883), où il trouve même quelques précisions:


Le sens est "injurieux" tout comme le sens de pistolet est "familier".
Et JB recopie du coup ce qu'expliquait le Dictionnaire Robert historique de la langue française par rapport au mot cruche:
◊ Le mot désigne un récipient à anse et, en Suisse, une bouillotte. Par métonymie, il se réfère au contenu d'une cruche, empiétant sur le sens de CRUCHÉE n. f. (v. 1220) aujourd'hui quasiment sorti de l'usage. Par un développement métaphorique analogue à celui de pot, casserole, cruche réalise l'idée désobligeante d'un "manque de finesse", s'appliquant comme nom (1633) et comme adjective à une personne ignare et niaise.

En conclusion: urinal, pistolet, imbécile = même combat.
Mais notre pipistolet, au fait, il vient d'où? et de quand?
Le TLF date le sens à 1913 en renvoyant à Gaston Esnault et son Dictionnaire des argots dont JB s'empare sans perdre un dixième de seconde:
PISTOLET n.m. Urinal (hôpitaux, 1913), dit ultérieurement revolver (argot des soldats, 1917). Étymologie: Image de forme.
Ainsi donc, comme dans toute l'histoire du mot pistolet, les sens se sont formés à partir de l'analogie (JB insistait là-dessus plus haut). C'est l'observation de l'objet qui a donné lieu à l'association sémantique. De la même manière que les médecins miraient l'urine des patients. La boucle est parfaitement bouclée.


Et, en guise de conclusion, JB ne résiste pas au plaisir de présenter cette parodie norvégienne d'une chanson indienne de Lata dont les paroles en hindi signifient véritablement, et à l'identique, des mots norvégiens. Pas pas n'importe lesquels. Aussi, pour que ses petits amis ricanent eux aussi, il va traduire en bas. Mais on écoute d'abord:



Ce qui nous donne:
Conne, conne, conne / Qu'est-ce qu'elle est conne, cette chemise de nuit pleine d'urine / Touche-la, touche-la donc, cette chemise de nuit pleine d'urine / Nous deux sur le lac, dans le parc, qu'est-ce qu'on s'ennuyait / Est-ce que tu as autre chose à me donner, mon caca? / Oui? Encore plus? / Cent méchants Polonais brûlent l'arrière-cour / Qu'est-ce qu'elle a dedans? / Conne, conne, conne / Qu'est-ce qu'elle est conne, cette chemise de nuit pleine d'urine…

mercredi 29 décembre 2010

Muschebubu

Kurz vor Weihnachten wurde der JB von und bei seinem liiieben Freund D eingeladen. Seitdem so viele Norddeutschen da waren, wurde Grünkohl gegessen und als Frossi (Franzmann + Ossi = Frossi) kannte der JB dieses Gericht nüsch und mochte es ganz und gar. Aber darum geht es jetzt nicht.
Der JB sass zwischen und vor Gatten aller Art und fühlte sich als Sonderling und Singeling überhaupt nicht Fehl am Platz: er brauchte nur vorne links und neben rechts zu gucken um sich selbst darauf zu überzeugen, dass er, wie man so hübsch auf franzenländisch sagt, ein "cœur à prendre" war (und ist). Aber darum geht es auch nicht.

Darum geht es nämlich:
Muschebubu
Der JB kann sich daran nicht mehr erinnern: wie und warum und weshalb und weswegen die Gesellschaft dazu kam, aber plötzlich rollte das Wort auf den Tisch und D sagte:
Ich weiss gar nicht, woher das kommt und was es genau bedeutet, aber das Wort fand ich immer toll. Man redet nämlich von einer Muschebubu-Beleuchtung.

Wie bitte was? fragte voll lauter Neugier der JB.
Ja: Muschebubu.
Und wie schreibt man das?
Ganz einfach:
M U S C H E B U B U.
Oder wie?
Der JB hatte der Gesellschaft versprochen, er würde das Wort recherchieren und ausforschen und nachkuhgeln und nachwikipediaieren, und das hat er also gemacht. Obwohl… Wikipedia… Hm…
Ein gewisser Herr R (was letztendlich "rrrh" macht), der neben dem JB sass, hatte nun schon gewarnt, dass Wikipedia keine Lösung war. Und, wie der JB es schon damals ahnte, war dieser Herr R wie die Partei des JB: er hat immer Recht. Denn:


Könnte Muschebubu etwas mit Muscheln zu tun haben?
Tja… Gute Frage.
Aber vor der Etymologie, die Rechtschreibung.
Anscheinend kann man es so schreiben:


Musche-Bu-Bu zu schreiben bedeutet dann, als Wortbildung, dass es ein Monem ist (wie man so schön in der Sprachwissenschaft sagt), das aus zwei Lexemen (der JB wiederholt: Lexem und nicht Ekzem!!!): Musche und Bu. Bu sowie in Buh? Und Musche sowie in Muschel? Also entweder eine Muschel, die zweimal Buh schreit, wenn man sie öffnet? Oder ein Muschel, die so erschreckend ist, dass man, als man sie öffnet, zweimal Buh voll lauter Angst und Schreck und Grauen ("skrekk og gru", wie man auf norwegisch sagt) schreit?
Tja…
Eins ist aber sicher: D hat(te) Recht, wenn er über Muschebubu-Beleuchtung redet(e).
Aber ist diese Definition zuverlässig?
Vielleicht nicht. Denn, so en passant, wenn wir über Rechtschreibung reden und schreiben, heisst es dinieren mit einem N. Also zwei mit dem infinitivmarkierenden N, aber jeeedenfalls nicht mit 3!

Der JB muss einfach weiterforschen.
Also nimmt er seinen gelben Duden: nüschts.
Also nimmt er seinen blauen Kluge: nüschts.
Und, für das erste Mal seitdem er sie gekauft hat, merkt er dass seine zwei Wörterbücher der deutschen Sprache die Farben der FDP haben (auer! nur das Schreiben des Wortes FDP gibt dem JB Aphten - iiigitt!). Der JB ist also kurz davor beide Wörterbücher wegzuschmeissen, eine grosse Angst hat er vor eine Übertragung der FDPose zu seinen +/- 50 anderen Wörterbüchern (nein, der JB ist nicht hysterisch). Aber gerade das macht er nicht.
Er forscht also weiter.

Der JB geht auf der Seite der Universität Leipzig, die immer gute Tips zur Philologie hat.
Leider.
Nichts in dem Wortschatz-Portal der Universität Leipzig. Auch nichts in dem digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache. Wieder nichts auf etymologie.info. Nur weisen die Akademikern auf die Seite der deutschen Umgangssprache, die wir schon besucht haben. Also rennt der JB wieder dort hin und findet:


Also diesmal Muschebubu in einem Wort. Wenn er die Varianten nachkuhgelt, findet der JB die richtige Rechtschreibung. Muschebubu ergibt 3820 Resultate, Musche-Bu-Bu nur 28. Zwar ist es quantitativ und nicht qualitativ, aber diese Suche beantwortet die Rechtschreibungsfrage. Ein Problem ist also gelöst.
Wir zirkeln peu à peu das Wort ein.

Jetzt die Bedeutung.
Es hat mit Licht und sogar mit Beleuchtung zu tun. Es deutet auf etwas gemütliches, etwas kuscheliges an. Es hat etwas mit Intimität und sogar mit Sexualität zu tun. Aha. Interessant.
Noch dazu erfahren wir, dass das Wort sächsisch sei.
Aha. Doppeltinteressant.
Sexualität und sächsisch.
Aha.
Der JB kriegt sofort Assoziationen. Aber weg mit ihnen, darum geht es auch nicht. Oder schon?

Das Sächsische erstmal.
Denn das Wort ist nämlich sächsisch. Die Sächsische Zeitung bestätigt es beinahe schreiend und jedenfalls stolz:


Und eine gewisse Betty aus Sachsen (leider heisst sie nicht Conny) erklärt es uns auch:


Ach die gute Feddbemme! Es erinnert der JB daran, was ihm passierte als er eine Art von süsser Feddbemme ass. Hier können wir es sehen.

Noch ein Beweis? Aber gerne!
Hier, in Time is on my side: ein deutsches Heimatbuch, ein Buch von Christoph Dieckmann:


Der JB wiederholt: "(…) wie der Sachse sagt (…)"
Aaalso.
Rechtschreibung, Bedeutung und Herkunft sind nun erklärt und erledigt.
Beziehungsweise:
Ortherkunft aber nicht Wortherkunft.
Mit anderen… Worten: die genaue Etymologie wissen wir immer noch nicht ganz genau und präzis und akkurat.

Aber ein gewisser Fritz weiss ganz genau Bescheid:


Also hätte Schummer Musche geschöpft, eine Art von Anagramm, das fast ein Palindrom ist. Semantikerweise sind sie ja ganz nah. Der Kluge sagt sogar:
Schummer “Dämmerung” peripher Wortschatz, regional (18. Jahrhundert). Aus dem Niederdeutschen übernommen. Wohl mit Vokalabwandlung zu schimmern.
Das passt ja genau zu der Muschebubu-Beleuchtung.
Bubu entspräche ja der "Kindersprache". Von daher auch das Gemütliche in dem Semantismus.
Der JB hat ja nicht Germanistik studiert und von daher deutsche Linguistik auch nicht, und fragt sich deshalb, wie man überhaupt es schafft von Schummer zu Musche gehen: zwar, und wie gesagt, sind sie hörgemäss ähnlich - aber trotzdem.
Mauscheln zu Musche scheint irgendwie wahrscheinlicher. Dazu sagt der Kluge:
mauscheln “reden wie ein Jude” (nach dem Stereotyp), peripher Wortschatz und stilistisch markiert (17. Jahrhundert). Abgeleitet von Mausche, der jiddischen Form des biblischen Namens Mose, die als Übername der Handelsjuden gebraucht wurde (auch Mauschel), ebenfalls seit dem 17. Jh. bezeugt.
Hier das Geheime, das Stille dabei - und was Geheim und Still ist, ist auch oft dunkel, "schummrig" (um nun das erste Wort zu benutzen). Das alles bildet ein lexikographisches Mischmasch. Und ausgerechnet das, weil es genau was "schummriges" bezeichnet, und sogar was irgendwie und irgendwo verbotenes, also das Sexuelle. Das Tabu. Muschebubu sei ein Tabuwort, wie man in der Linguistik es nennt. Oder eher ein Worttabu??? Wenn das Wort Bubu richtig aus der Kindersprache kommt, dann ist es hypokoristisch, also verkleinend sowie verniedlichend: es muss unbedingt süss und ungefährlich sein und klingeln um die genaue Realität verbergen zu können.
Auf der Seite von einem gewissenen tantalosz kriegen wir noch einen Hinweis auf das Verbotene in Muschebubu:



Der ehemalige Sprachwissenschaftler Stephan Köhnlein hat ja gezeigt, dass Sprachtabu, oder linguistisches bzw. sprachliches Verbot, am meisten die Sexualität betrifft. Was in sich nicht zeigt, dass die Sexualität immer Tabu war (aber der Körper, gesund oder krank aber überhaupt nackt, war es - was ein Widerspruch ist, seitdem die Wörter die sich in den indogermanischen Sprachen ganz gleich von der einen Sprachfamilie zu der anderen wiederholen (lexikografisch sowie semantisch), betreffen den Körper!). Köhnlein geht weiter und, einen anderen Sprachwissenschaftlern (Radtke) zitierend, betont:
Die Ausbildung eines sexuellen Wortschatzes beweist, dass die Sexualität keinem sprachlichen Verbot unterliegt, sondern dass eine psychologische Scheu besondere Sprachmuster erforderlich macht.
Also sei es wichtig die Wörter "heimlich", "schummrig" zu machen:
Anstelle einer konsequenten sprachlichen Meidung bediene man sich einer Restriktion in der Benennung, die die direkte Benennung umgeht. Sexuelle Lexeme werden verändert oder ersetzt.
Hier haben wir unsere guten Lexeme wieder!
Was er meint:
Es ist wichtig die Realität (= Tabuwort) zu verbergen. Und gerade das macht man mit Hilfe von verniedlichenden bzw. verheimlichenden Wörter (= Worttabu). Und hier haben wir unser sexuellbezeichnendes Wort Muschebubu wieder. Muschebubu als auch eine sexuelle, von daher kulturell gefährliche Realität. Was schreibt der Fritz da oben?
Zum Sexuellen muss ich nichts sagen.
Ach so? Und wieso? Weshalb, warum? Weil es ein Tabuwort ist, eine verbotene Realität, die man aus "psychologische[r] Scheu" nicht äussern darf/will/kann.
Ergo: der JB war nicht ganz falsch, als er das Sächsische mit dem Sexuellen in dem Wort Muschebubu was assoziieren konnte/wollte.

Wenn wir weiter zu diesem "sprachlichen Mischmasch" gehen, können wir auch feststellen das Tabu, das Verbotene und gleichzeitig das Verniedlichende, das sich in dem Wort steckt. Denn einige verwenden auch: Schmusebubu:


Und obwohl es sich um ein Sprach- oder Wortfehler bzw. einen freudschen Versprecher handeln kann, ist es unheimlich (!) interessant.
Erstmal, weil wir zurück zu der ersten Definition sind: "Dämmriges Licht beim Schmusen (…)"
Und zwar ist hier die Bedeutung absolut negativ geladen, aber man findet nicht nur Worte, die völlig mit Kindersprache zu tun haben ("Bussibussi", "Schleimischleimi"), die völlig hypokoristisch sind, die aber noch dazu mit der Sexualität zu tun haben. Für diesen Mann (ja, das ist ein Mann) ist es wichtig die Sexualität, die Intimität zu verkleinern, zu verniedlichen, zu verharmlosen, denn die ist zu gross, zu gefährlich, zu verboten und sicher zu schmutzig.
Wenn man den (ironischen) Rat von dem Herr R (rrrh!) weiterfolgt und in Wikipedia schmusebubu sucht, wird schmusen vorgeschlagen, und das führt uns dahin:


Da haben wir es wieder! Die Intimität, die wir schon oben nannten.
Also: egal ob musche oder schmuse, es ist auf jeden Fall bubu, d. h.: gemütlich, intim, etwas dunkel, ein bisschen sexuell. Muschebubu-Beleuchtung schafft Intimität und damit Schmusemöglichkeit(en).


Tja, liebe kleinen guten Freunde, wir sind also mit dem Schmusebubu fertig, stellt der JB fest. Wir müssen uns für jetzt verabschieden. Und seitdem Schmusebubu ein sächsisches Wort (mit jiddischer Herkunft) und auch ein sprachliches Mischmasch ist (mauscheln und Muschel und Schummer und schmusen), hat der JB eine sächsische Musik herausgefunden, wo es fast darum geht, nämlich: schummeln. Denn wer kommt aus Sachsen und hat über schummeln gesungen? Ge-nau: Frank Schöbel. Mit Chris Doerk. In diesem "Musikfilm" (wie es damals in der DöDöRrr hiess!) von 1973:


Und was sagt der Kluge zu schummeln bzw. beschummeln?
beschummeln “betrügen” (18. Jahrhundert). Wird als jüdisches Wort bezeichnet, es lässt sich aber im Westjiddischen nicht nachweisen. Herkunft umstritten. Die älteste Bedeutung von schummeln ist vielleicht “handeln”.
Also das Jiddische nochmals, das Handeln. Nach dem Musche(bubu) und Schummer und Muscheln und Schmusen kommt das Ergebnis: das Schummeln. Oh nee…
Aber Frank & Chris sind hier um uns zu retten. Und was singen sie? Genau: Wenn wir wollen, dann geht's los! Na los! Rrrh!