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vendredi 23 avril 2010

Alles geklaut, der Boss!

Kurz bevor man zu seinen eigenen Landmännern geht (nein, nicht zum Herrn Reichert & Ehemann, sondern zu U&V, die noch hinter dem Haus wohnen, und tatsächlich auch Land- und Ehemänner sind), entdeckt man das. Dieses Stück von Lyn Taitt, dass man nicht kannte. Dee's Special heisst es, von 1968.
Bevor man hört es, gibt es sofort ein Quizz:
Das Lied wurde halb von jemandem geklaut. Von wem? Also? Ich warte… Der JB mag das Lied von dem Räuber seeehr. Ne Idee? Nee?
Erstmal hören wir Lyn Taitt also:



Fein, dieses early reggae Stück, oder?
Aber zurück zu unserem Quizz.
Wer hat das Stück halb geklaut? Er hat überhaupt die Sontexte geklaut. Und das wusste isch jar nüsch. Aber doch! Ansel Collins. Mit seinem mega boss sound Hit, Bigger Boss, von 1969. Wir haben schon zweimal über das Lied geschrieben. Wir hören es aber wieder, denn das Lied ist unersättlich gut und tanzbar:



Also nicht nur hat Ansel Collins die Songtexte bei Lyn Taitt geklaut, aber er hat auch das Musikthema aus Everything Crash von The Ethiopians (auch 1968) geklaut! Der Lümmel und Räuber!!! Hatten wir schon am 6.XI.2009 berichtet. Und seitdem auch Everything Crash ist ein Favoritlied, und obwohl wir es schon am 20.III.2010 gehört haben, hören wir es wieder um diesen Musikvergleich zu bestätigen und irgendwie festigen. Denn… die Geschichte ist nicht fertig!



Nicht fertig, weil ein Vierter auch ins Bild auftaucht.
Mit Name The Hippy Boys, die in 1969 What's Your Excuse? aufgenommen haben. Sie haben wieder die Songtexte geklaut - in dieser Boss Sound-Periode. Hier geht es:



Zusammenfassung:
• 1) Dee's Special - Lyn Taitt & The Jets
• 2) Everything Crash - The Ethiopians
• 3) Bigger Boss - Ansel Collins
• 4) What's Your Excuse - The Hippy Boys
Ist die Liste fertig? Gerne füge ich ein Titel zu.

So.
Und jetzt los zu den Landmännern. Und nachher zum Nightern.
Rubbzzz!

lundi 19 avril 2010

Und nun die Nachrichten

Und nun, meine Damen und Herren, die Nachrichten.

Seitdem unsere TAZ sich heute für eine Umwandelung der "etablierte[n] Machtstrukturen" entschieden hat, so ihrer Chefredakteurin, also die Zeitung schön kommunistisch von den Kleineren machenzulassen, entschieden wir uns die Macht auf diese umgewandelte TAZ zu übernehmen und selbst die Zeitung zu machen.
Söö, wie man so schön auf sächsisch sagt.

Wir fangen also diese Nachrichten mit einer Beschwerde an. "So wird es sein" - wie Oktoberklub schon in 1973 es wahrhaft sang. Während wir, in mehr als einer Woche, gequengelt wurden mit dem sonst erfreulichen Versprechen, dass wir heute mit der neuen Kolumne unseres TAZ-Heldes, der Herr Reichert, bereichert werden würden, was gab's, wenn ich fragen darf? Nichts. Ich wiederhole: nüschts. Wie nun Dalida beinahe am gleichen Jahr sang: "Parole, parole!"

Wir berichten weiter mit noch einer Beschwerde. Zwar informiert die TAZ über die Aschewolke, aber das ganz parteilich, indem die sogenannten JournalistInnen unseren effizienten Verkehrsministern, Herr Doktor Rumsauen… Øh, entschuldigen Sie, meine Damen und Herren… indem sie Doktor Peter Ramsauer nicht zitieren, der gestern noch das in seinem Mund kuriose Adjektiv "verantwortbar" verwendete. Dank der seriösen Presse, mit name Focus, können wir mitteilen, dass selbst unsere "Kanzlerin wisse alle Vorgänge im deutschen Luftverkehr „bei Ramsauer in guten Händen“."

Und sonst? Ah ja…
Die Zeitung berichtet über die Krise in Island. Und das ist ganz interessant. Endlich mal ein Pluspunkt. Man möchte bloss betonen, dass wir schon seit Monaaaten, ja, sogar mehr als einem Jahr, über das Wort kreppa, also Krise auf Isländisch, geschrieben haben. Eine komplette, detailreiche, sprachwissenschaftliche Analyse des Wortes wurde sozialistisch geleistet und kann freilich immer wieder hier gelesen werden - zwar nur auf franzenländisch, aber ihr hättet ja fleissiger in der Schule sein können, alles über Monique Martin schön lernen; heute hättet ihr kein Problem überhaupt um euch in der Sprache Voltaires zu äussern.

Und sonst? Ah ja…
Herr Küppersbusch, weil es Montag ist, wird interw(j)ut. Und wir sind, wie oft, mit ihm heute noch ganz einverstanden. Wir zitieren:
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in Ihrer Jugend?
Friedrich Küppersbusch: Die Ungeduld.
Was wird besser im Alter?
Die Frisur.
Tja. Uns geht es ähnlich.

Und sonst? Ah ja…
Falls ein Testosteronmangel besteht, könnt ihr die schönen Tätowierungen Thorsten Frings in der Papierversion der Zeitung fröhlich betrachten. Und apropos Testosteron, wir werden mit folgender Schlagzeile gelockt, Zitat: "Männer mit grossem Gerät - Teil I"; folgt ein Bild von… einen brilliger Bauern mit seinem Traktor. Pff! Schamperei nun wieder!
Wir möchten dazu betonen, dass der Papa auch Brille und grüne Gummistiefeln trägt, und auch einen Traktor (damals 2! hö!) besitzt.

Und nun die Wettervorhersage für morgen, Dienstag den 20. April 2010.
Norðan 5-10 m/s, en 10-15 SA-til í fyrstu. Él N- og A-lands, en annars víða léttskýjað. Hægari í kvöld og nótt. Snýst í sunnan 5-10 með slyddu NV-til, en rigningu eða slyddu SV -og V-lands síðdegis á morgun. Frost víða 1 til 6 stig, en 0 til 4 stiga hiti S- og V-til að deginum.

lundi 15 mars 2010

Un choix sémantique - et politique

Aujourd'hui, le livreur de journaux s'est trompé:
Au lieu de me porter au petit matin mon TAZ quotidien, il a mis dans ma boîte le Junge Welt, quotidien marxiste "fondé en 1947" en RDA comme c'est indiqué en couverture. Bon, mieux vaut Junge Welt que le très à droite Die Welt. Et surtout qu'il me donne l'occasion de revenir sur un article que je voulais écrire il y a presque deux mois et que j'ai abandonné en cours de route.
S'y trouve en effet une interview de l'artiste Wolfgang Müller, celui-là même qui a inventé les badges Gay agasint Guido dont j'ai enfin pu faire l'acquisition le 23 février dernier lors d'une visite dans le bar Möbel Olfe, comme je le montrais ici. Outre que l'argumentation de Wolfgang Müller est plus imbitable dans son genre, et surtout plutôt pauvre (genre: l'acceptation sociale nanana…), il y a tout de même un point très intéressant pour le traducteur que je suis aussi, linguiste et lexicographe forcé à ses heures et pédé choisi - et comment! L'occasion, donc, de revenir sur l'emploi d'un certain terme. Je cite, et c'est moi qui souligne:

Guido Westerwelle hat sich erst 2004 geoutet. Zu spät?
Nein, es gibt weder eine Pflicht noch einen richtigen Zeitpunkt zum Outing. Außerdem haben Schwule, Lesben oder Queers das Recht, genauso ehrgeizig, egoistisch, feige und beschränkt zu sein, wie alle anderen auch.


Retour en arrière:
Le 4 février dernier, c'était le retour dans mon journal de ma chronique irrégulière chaque fois tant attendue, à savoir celle de mon journaliste chouchou, Martin Reichert. Qui nous parle toujours de la vie (homosexuelle) à deux dans la campagne brandebourgeoise. Or mon œil s'arrête sur un verbe, ou plutôt sur l'emploi déformé (erroné?) d'un verbe. Je cite - et c'est moi qui souligne:
Gefährlich ist es laut dem renommierten Sportsoziologen Gunter A. Pilz auch, sich als schwuler Fußball-Profi zu outen: "Die Konsequenzen wären glasklar. Der Fußballer sähe sich einem Spießrutenlauf ausgesetzt." Und ja, alle sind ganz furchtbar neugierig, wer es denn bitte sein könnte? Das ist die nationale Variante des beliebten Party-Spiels "Wer von den Gästen ist denn wohl schwul". Das macht ja so viel Spaß. Und wenn sich dann Gareth Thomas nach (!) dem Ende seiner Karriere als Rugby-Spieler outet, zeigt man ihn im Fernsehen immer bloß im hautengen Shirt - und noch besser: wie er einen kleinen Jungen an der Hand hält und mit ihm ins Stadion läuft.

Dans les deux extraits de presse — et c'est d'autant plus intéressant que, entre le 4 février dernier et aujourd'hui le 15 mars, Martin Reichert s'est élevé contre l'initiative de Wolfgang Müller —, les deux hommes utilisent sans tiquer, sans hésiter, le terme s'outer (sich outen) en lieu et place de faire son coming out (sein Coming-Out machen); voire, dans le premier, outing en lieu et place de coming out.
La différence est de taille!

Expliquons d'abord les termes grâce au site linguistique américain answers.com:


v.out·edout·ingouts.


v.intr.
To be disclosed or revealed; come out: Truth will out.



verb
To be made public: break, come out, get out, transpireInformal leak (out). Idioms: come to light. See knowledge/ignoranceshow/hide.
n.


  1. An excursion, typically a pleasure trip.
  2. A walk outdoors.
  3. The exposing of one assumed to be or wishing to be considered heterosexual as being gay, lesbian, or bisexual.
  4. An athletic competition or an appearance therein: The rookie pitcher threw a no-hitter in his first outing with the team.

Comme on le lit, to out somebody, en franglais passé d'ailleurs dans le langage, outer quelqu'un, c'est révéler l'homosexualité de quelqu'un, et là encore je souligne, contre son gré, alors que cette personne veut maintenir cette homosexualité cachée. To do one's coming out, faire son coming out, c'est annoncer son homosexualité à autrui, c'est dire, contre l'opinion générale qui part du principe que tous les gens sont hétérosexuels: "je suis homosexuel(le)".
L'outing est une stratégie politique mise en place dans les années 80-90 par les militant(e)s homosexuel(le)s pour dénoncer les homosexuel(le)s dans le placard qui votaient des lois allant contre l'intérêt homosexuel, voire, ayant eux-mêmes des opinions homophobes. On peut lire à ce sujet un long article très bien fait sur le wikipédia anglais.

Ce qui m'intéresse, donc, dans cet emploi à contre-sens, c'est la signification du point de vue linguistique, voire psycholinguistique. Accordons-leur toutefois et en premier lieu le fait suivant:
Les langues, dans leur évolution, tendent à se simplifier. Un exemple: on ne dit plus hostel mais hôtel, l'accent circonflexe étant là pour nous rappeler que le s a subi un effet dit de syncope. En conséquence de quoi, il peut paraître normal selon cet état de fait linguistique que le mot outing supplante le mot coming out, à la fois trop long et pour le coup trop anglais, trop obscur. Même chose pour outer, nettement plus court que faire son coming out.

Il n'empêche: en perpétuant l'emploi erroné, les locuteurs introduisent implicitement sinon dans le langage, en tout cas dans l'expression coming out, le sens d'outing: donc l'idée d'une réalité faite à contrecœur, à son corps défendant, contre son âme et conscience, en dépit de soi et de son libre-arbitre. Ils scellent dans cet emploi la sémantique psychologique à l'œuvre dans le terme outing: donc l'idée d'une honte, d'une dissimulation, d'une réalité qu'il faut absolument cacher et qui, dans les faits, finit par être révélée par des moyens que certains trouvent douteux (puisqu'elle est faite contre la volonté de la personne visée). Autrement dit, en utilisant s'outer en lieu et place de faire son coming out, on sous-entend qu'il y a dans le fait de dire son homosexualité quelque chose d'infamant, de disgracieux, d'outrageant, de honteux; que l'homosexualité est elle-même une réalité infamante, disgracieuse, outrageant, honteuse.

Au risque de défoncer une porte ouverte (voire plusieurs), le langage et le vocabulaire ne sont jamais innocents. J'en ai déjà parlé à propos d'un autre phénomène linguistique et lexicographique et qui, curieusement, concerne aussi l'homosexualité, à savoir faire le choix politique et donc sémantique de dire être atteint et non être victime d'une maladie.
Question cependant: 
Ce qui a été accompli alors pour la maladie et dans la lutte contre le sida, et qui semble ne pas l'être aujourd'hui pour ce qui est de l'homosexualité, est-il significatif des forces et des volontés politiques actuelles?

jeudi 4 mars 2010

Bist du gay?

(Gestern in der Schaubühne.)

JB: Hast du die Kolumne von Martin Reichert in der TAZ gelesen? Über Westerwelle und die Schwulen?
T: Sie wurde mir vorgelesen, ja. Bin aber schnell davon ausgestiegen.
JB: Ich habe mir letzte Woche das Button gekauft: Gays against Guido.
T: Bist du gay? Du?!?!

jeudi 25 février 2010

Der Dialog

Oj… Heute war es in der Zeitung viiiel zu lesen. Man hat sie geöffnet und sofort haben sich zwei Nachrichten kollidiert und uns mit sich zum Abstürz gebracht. Erstmal tritt Frau Käßmann zurück, "Schade. Schade. Schade.", schreibt Ines Pohl dazu (also, ich bitte euch: die Chefredakteurin der TAZ schreibt! Zeichen dafür, dass die Nachricht historisch ist) und betont (nicht genug - mehr morgen?) die feministische Perspektiv des Rücktritts. Aber gleichzeitig erfährt man, dass die katholischen Herren sich in Freiburg treffen. Aha. Und was erfährt man? Ja, Philipp Gessler berichtet:
Wahrscheinlich werden die Bischöfe eine Arbeitsgruppe einsetzen, um ihre Leitlinien gegen Kindesmissbrauch noch mal zu verschärfen - und insgeheim darauf hoffen, dass dieser Skandal so langsam und stetig wieder aus der Öffentlichkeit verschwindet wie die Affäre um die antisemitischen Pius-Brüder und den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson vor einem Jahr.
Also, was haben wir: einerseits eine protestantische FRAU, die sofort zurücktritt, denn sie meint, sie hätte einen unethischen Verhalten (mit 1,54 Promille fahren) gehabt; anderseits mehrere katholischen MÄNNER, die über sexuelle Missbrauchen innerhalb ihren Kreisen weiterschweigen und nichts tun (bzw: wahrscheinlich eine Arbeitsgruppe einsetzen). Okay… Wir dürfen weinen.


Dann hoppen zu meinem TAZ-Held Martin Reichert, der bei der Diskussion in der berliner Kulturbrauerei zwischen dem LSVD und Reggaeleute war. Sein Artikel ist brillant und man beachte wie es dem Neokolonialismus krass gut geht und wie queering den Menschenrechtekonzept eine Notwendigkeit ist.


Apropos Coming-Out gibt es dann ein interessanter Artikel über die Fernsehserie In Treatment. (jeden Abend bei Sat3: sehenswert und sehenspflicht, überhaupt für Dianne Wiest als Mentorin des Therapeuts). Der Künstler und Kritiker Tal Sterngast endet seinen Einsatz mit diesen seminalen Wörtern:
So oder so operiert die deutsche Fassung mit einer Synchronisierung, was ein massiver Eingriff ist. Bei so einer minimalen Komposition hat nicht nur der Inhalt, sondern auch der Klang der Sprache eine immense Bedeutung. Es ist kaum zu glauben, dass die hier zu hörende Sprache die Sprache ist, in der die psychoanalytische Methode einst formuliert wurde.
Sigmund Freud war ein sorgfältiger Autor und virtuoser Kenner der deutschen Sprache. Der einzige Preis, den er je erhalten hat, war der Goethe-Preis für Literatur im Jahr 1930. Obwohl das Deutsche unwiderruflich mit der Psychoanalyse verbunden ist, wurde sie in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts aus Deutschland deportiert und ist nie wieder richtig heimisch geworden. Dass der psychoanalytische Dialog nun in Form der amerikanischen Adaption einer israelischen TV-Serie nach Deutschland zurückkehrt, kann man als Ironie der Geschichte betrachten.
Und gerade das, der Zurückkehr des psychoanalytischen Dialoges nach Deutschland spricht uns, auf einem heimlichen Plan, sehr sehr sehr an.

lundi 30 novembre 2009

Heute früh

Erstmal der U-Bahn, eine Kolumne von meinem TAZ-Held, Martin Reichert:
Mein Mann war mit der Stasi im Bett. Das ist schon lange her und es war keine Absicht. Es ist nicht so, dass er "sich nicht mehr erinnern" kann. Er wusste es anfangs schlicht nicht. Das Ministerium für Staatssicherheit hatte ihm einen "Gay Romeo" auf den Hals gehetzt, um Licht in das oft nur von Kerzen beschienene Dunkel der Schwulen-, Künstler- und Intellektuellenszene in Prenzlauer Berg zu bringen. Dass es sich bei dem jungen Mann, in den er sich verliebt hatte, um einen Stasimann gehandelt hatte, erfuhr er erst, als dieser seine Dienstanweisung überschritt. Der "Gay Romeo" hatte sich in das auszuhorchende Objekt verliebt.
Und schwupps hatte die Liebe der Staatsmacht ein Schnippchen geschlagen, aus war es mit Konspiration und Überwachung. Fortan erzählten beide jedem, egal ob er es wissen wollte oder nicht, dass die Firma Horch & Guck bei ihnen auf der Matte rumstünde, wie ein Staubsaugervertreter im Westen.
Das ist nun auch schon über zwanzig Jahre her, und ich überwache meinen Mann höchstens, indem ich ab und zu mal eine freundliche Drohmail an seine "Gay Romeo"-Adresse schicke, jener schwulen Web-Community, die man auch das "Schwule Einwohnermeldeamt" nennt. Doch während ehemalige Stasimitarbeiter mit Gedächtnisstörungen - die womöglich der allgemeinen "Informationsüberflutung durch die neuen Medien" geschuldet sind - weiterhin politisch aktiv sind, hat sich das mit der aufwendigen Überwachung und Ausschnüffelung der Bürger im Prinzip erledigt.


Dann im Krankenhaus, ein Gespräch:
Herr Dr C: Ja, richtig, der Hitlerbart ist nun nicht so toll. Jedenfalls nicht in diesem Land, nicht Wahr?
JB: Genau.
Herr Dr C: Also, bis zum 12 Januar, zum Hitlerbartabschneiden, ja? Und Ihnen frohe Weihnachtstage.


Dann in der U-Bahn wieder, ein Bild:
  © icke

Dann zu Hause, eine SMS von J:
"Sur la route de Montreuil, j'écoute Peter Fox et sa Haus am See, je pense à toi et t'embrasse fort."

lundi 9 novembre 2009

20 ans, la fête de… Coming Out

Vous êtes Français(es) et vous n'avez pas pu échapper aux vingt ans de la chute du Mur. Les médias français ont à coup sûr présenté un vision très occidentalisante de l'ouverture du "mur de protection antifasciste", comme le qualifiaient les dirigeants de la RDA. (Et pendant que j'écris ces phrases j'entends le feu d'artifice qui résonne à la Porte de Brandebourg… Non, je n'y suis pas: il pleut.) Ils auront donné l'image de la RDA selon l'angle qui leur plaît, c'est-à-dire en pointant uniquement l'absence de liberté, la privation, la surveillance - qu'on ne peut certes éluder, mais qu'on ne peut non plus mettre en avant comme unique réalité dépeignant la RDA. Confer ce que j'écrivais hier. Confer les témoignages dans la TAZ du week-end. Confer ce que mes amis qui ont grandi à l'Est me disent toujours: ce qu'ils regrettent de la défunte RDA, c'est l'entraide, la vie communautaire, le partage; ce qu'ils déplorent, c'est la commercialisation à outrance, le capitalisme sauvage, la réification.
Bon.
Ce dont les médias français (même pas homosexuels) n'auront pas parlé, c'est donc des petites histoires - ce sont elles, aussi, qui font l'Histoire et, en l'espèce, ce surtout elles qui l'ont faite! (Pourquoi les contestataires les plus virulents refusaient-ils de quitter la RDA alors que le régime voulait les extrader? Pourquoi les soldats ont-ils refusé de tirer sur la foule à Leipzig, le 9 octobre 1989, lors de la désormais traditionnelle manifestation du lundi? Pourquoi les concerts punks avaient-ils lieu dans les églises?)
La petite histoire c'est que le 9 novembre 1989, au Kino International sur la Karl Marx Allee, à dix pas de chez moi, a lieu la première du film de Heiner Carow, Coming Out. C'est le premier (et le seul - et pour cause) film de la RDA à faire de l'homosexualité son sujet principal. Le sujet du film est de montrer un jeune professeur berlinois qui n'ose ni dire ni vivre son homosexualité. Le propos du film est de rappeler aux spectateurs, qu'ils soient homosexuels ou hétérophiles, que le plus principal est d'être honnête envers soi-même et d'oser vivre sa vie - ce qui n'est pas rien dans cette RDA agonisante qui a décréminalisé l'homosexualité depuis 1968.
Comme le dit Martin Reichert aujourd'hui, mon journaliste chouchou de la TAZ:
[Ce soir-là, le 9 novembre] L'Allemagne de l'Est dans son ensemble a fait son coming out; un processus libérateur, en partie douloureux, qui va en fait poursuivre les protagonistes toute leur vie: qui suis-je vraiment? que voudrais-je vraiment - et suis-je prêt(e) à l'assumer? La liberté peut être franchement duraille.
Outre que son papier est passionnant (justement parce qu'il dépasse la simple thématique gay), Martin Reichert interviewe l'acteur principal, que le film rendra célèbre. Il s'appelle Matthias Freihof et les Français(es) les plus accros au poste le connaissent sans doute parce qu'il jouait l'assistant de… Siska, oui, la série policière un poil ringue que France 3 a diffusé en son temps. Et qu'est-ce qu'il dit Matthias (encore un chouchou) du Berlin homosexuel d'alors? Qu'est-ce qui lui plaisait? "Cette atmosphère familiale [des bars gays tel que le film les présente]. On était dans le bar, tranquilles, on papotait. Bien sûr qu'on y venait pour le sexe, mais pas seulement." Tout ça n'a pas disparu néanmoins, les lieux existent encore, à l'Est. (Matthias, je t'y emmène, allez, viens.) Blague à part, ce qui est intéressant dans son allégation (pour le coup), c'est ce regret de l'intimité communautaire, ce à quoi je faisais allusion plus haut.

Allez, on regarde un extrait - en allemand, sans sous-titres.

jeudi 5 novembre 2009

Rrrums…

Es wäre wie in einem Sketch (Liebe ist überall) von Frau Georgette:
"Wie im wahren Leben, ja, die Liebe hat das hinterhältige, dass sie überall ist - ganze Zeit. Aber sie rumlauert in jeder Ecke. Man denkt so: mir nichts, dir nichts; ich bin… bereit und frei, gut und gerade. Rrrums… fällt man rein in die Liebe. Ist im Englischen schon richtig formuliert: "Falling in love again…" Bäääh…"
Erstmal wacht man auf und findet, rrrums…, erst eine, dann eine zweite Message von unserem heimlichen Geheimagent, der nicht besseres zu tun hat, als unkeusche Seiten WÄHREND der Unterricht zu besichtigen. Tsss…

Dann will man sich die neuen Bilder von dem Freund A anschauen, und man entdeckt, erstmal erstaunt und schnell erschreckt, dass es heute wie gestern keine neue gibt, und dann wird man auf sich erbost, denn… rrrums, man endet mit einem gewissenen H als Wallpaper und das geht nicht, man kennt ja den Typen gar nicht, vielleicht weiss er gar nicht dass stricken mit anderen worten reimt, und trotzdem kommt man immer wieder zu ihm zurück.

Später will man keusch (jetzt!) einen Freund anrufen und… rrrums, die falsche Taste wird gedrückt und man drückt sich in eine wunderschöne freudsche Fehleistung rein und endet in einem Telefonaten mit einer schönen Begegnung, die man gerne wiederbegegnen möchte/will/unbedingt will.

Noch später mal kauft man seine Zeitung und, rrrums…, entdeckt die mirakulöse Rückkehr von Martin Reichert, den man seit einer Eeewigkeit nicht mehr gelesen hat, und der heute endlich wieder mal über "Landmänner" schreibt. Es fängt genauso mirakulös an: "Jörg Schönbohm geht. Die Kraniche auch." Man denkt, hurra, lachen ist vorgesehen, der Tag ist gerettet, man braucht nicht Bitter Tears von Magnetic Fields ad libitum zu singen. Oder doch? Der Ton, der Hintertext von Herrn R sind trüb, er schreibt sogar (zwar nicht von sich selbst) das gefürchtete sowie gehasste Wort "melancholisch". Oh, nee, also Martin… Sollst jetzt auch du bittere Tränen weinen? Denn Herr R sagt, dass auch er, wie der Schmetterling in ihrem Haus (von seinem Mann und ihm), will zurück in den Schrank. Hä? Was für einen Schrank, wenn ich fragen darf? Also nicht dieser Schrank, das ist sowieso unmöglich! Das kann ich mir gar nicht denken. Ich zitiere erstmal:
Aber wie dem auch sei: Ich bin im Wandschrank, wecken Sie mich bitte im Mai. Nicht vergessen! Danke.
Was soll das heissen? Also bis Mai warten (müssen) um eine neue Kolumne über Landmänner zu lesen, ist undenkbar: die bittere Tränen werden zu Überschwemmung. Nein. Anscheinend hat es bei Herr R nicht rrrums… gemacht. Zwar erzählte er von einem Problem mit dem Auto, vielleicht als Landmann hätte er noch dazu ein Problem mit dem Traktor(ist - der Ehemann ist in dem Osten geboren und vielleicht heisst er Fritz?!?)… Oh nee (bis). 


Und letztendlich hört man Frau Georgette wieder, drückt, wie sie sagt, "die Vorwärtsstaste" und direkt nach dem obenstehenden Zitat singt sie: "Das ist genau wie die Angst und der Tod, die sind immer um einen herum…" Oh nee, schnell, bitte ein rrrums…